Tierisch gute Alternativen

Ohne tierische Produkte zu leben bedeutet nicht Verzicht. Vielmehr wird der Speiseplan um einiges bereichert. Man muss nicht alles, was man gerne isst, plötzlich weglassen, weil ein „verbotener“ Inhaltsstoff darin ist. Oft reicht es schon, einfach ein Produkt einer anderen Firma, oder eine andere Sorte zu kaufen, wie z.B. Nudeln ohne Ei oder Puddingpulver ohne Gelatine. Vegan-Versände bieten auch eine Vielzahl spezieller Produkte an. Durch eine schrittweise Umstellung der Ernährung entdeckt man aber vor allem, wie viele Möglichkeiten sich bieten, die man vorher nicht ausgenutzt hat. Kreativität ist gefragt, die Spaß am Kochen bringt. Hier nun ein Einblick in die bunte Palette pflanzlicher Alternativen und einige praktische Tipps aus der veganen Küche.


Alternativen zu Fleisch- und Fleischprodukten

Fleisch: Ob Hacksteak aus Soja, Kassler aus Weizen, Schnitzel aus Lupinen und x verschiedene Würstchen, Bratstücke und Grillwaren: wenn schon mehr Menschen das vielfältige Fleischalternativenangebot entdeckt hätten, könnten die Metzgereien bald zumachen. Absolut unblutig, superlecker und 100% ohne Gammelfleisch für die schnelle oder „Fleisch-und-Beilagen-Küche“. Hier bleibt kein Wunsch offen, die größte Auswahl bieten Vegan-Versände. Egal ob Gulasch, Geschnetzeltes oder Gyros: aus Trockensojaprodukten von „Schnetzel“ bis „Schnitzel“ lässt sich alles zubereiten: in Gemüsebrühe oder anderem würzigem Sud einweichen, würzen, braten, fertig!

 
Fleischalternativen

Schnitzel aus Soja  

Wurst: Es gibt dutzendweise verschiedene pflanzliche Brotaufstriche, ob wie „Leberwurst“, eher tomatig oder deftiges Schmalz (Supermarkt, Drogerie, Bioladen, Reformhaus, Vegan-Versand): diese Vielfalt lässt wirklich keine Wünsche offen. Auch „Wurst“ und „Würstchen“, egal ob als „Salami“ oder „Bratwurst“, gibt es in unzähligen verschiedenen Sorten, unter denen sicherlich jeder „seine“ Favoriten findet. Wem das nicht genug ist: selbst den Speckrand am Schinken bekommt man – rein pflanzlich natürlich – im gut sortierten Vegan-Versand. Manko bei einigen vegetarischen Reformhaus-Wurstsorten, in Supermärkten und Discountern: viele enthalten leider Eiklar, also empfiehlt sich immer ein Blick auf die Zutaten.

Hackfleisch: Nichts einfacher als das, und garantiert nicht über dem Verfallsdatum: Sojagranulat und zerbröselter Tofu (in fast jedem Supermarkt erhältlich) und auch Grünkernschrot eignen sich wunderbar für alle „Hackfleischgerichte“ wie Bolognese-Soße oder Aufläufe. Auch zur Herstellung von deftigen Frikadellen geeignet! Im Bioladen und bei Vegan-Versänden ist vom fertigen „Vegi-Hack“ bis zum pfannenfertigen Hamburger alles erhältlich.


Alternativen zu Milch- und Milchprodukten

Milch: Milch muss nicht von Kühen sein: Sojamilch, Hafer-, Mandel-, Dinkel-, Kokos- und Reismilch ist in x verschiedenen Sorten von klassisch mit Kalzium über Kakao und Vanillemilch bis Erdbeer- und Maracujamilch überall erhältlich und fehlt nicht mal in den Discounter-Regalen. Auch als „Schulmilcheinheit“ in jedem Supermarkt zu haben (z.B. von Alpro); das erfreut nicht nur die Kühe, sondern auch alle Menschen mit Laktose-Intoleranz.

Sahne: Aber bitte mit Sahne! Gerne: Sahne ohne Kuhmilch, ob zum Verfeinern von Speisen und Soßen, fürs Salatdressing, aufgeschlagen zum Kuchen oder als Sprühsahne aufs Eis hält mittlerweile selbst in Supermärkten Einzug. Zum Kochen ideal ist geschmacksneutrale Hafersahne, daneben gibt es viele Sorten Soja- und Reissahne (Vorsicht, allesamt süß!), aufschlagbare Sorten und fertige Sprühsahne für die Eiligen (Bioladen, Reformhaus, Vegan-Versand). Auch Sahne also keine Sünde mehr...

 

 
Milchakternativen

Joghurt: Die pflanzliche Auswahl ist zwar nicht so vielfältig wie die tierischen Ursprungs, aber durchaus genügend: neben „Naturjoghurt“ auf Sojabasis, der sich hervorragend für die Zubereitung von Süßspeisen oder als „Quarkalternative“ zur Herstellung von Frucht- oder Kräuter“quark“ oder Tsaziki eignet, gibt es Fruchtyofu in verschiedenen Sorten, die dem Original absolut das Wasser reichen können. Aber Vorsicht: die meisten pflanzlichen Natur-Joghurts sind gesüßt – für die Zubereitung von Knoblauchquark daher nicht zu empfehlen. Aber dafür gibt es „Sojade“!

Pudding: Für die „Schnellen“ gibt es Soja-Pudding in verschiedenen Geschmacksrichtungen in fast allen Supermärkten (von Alpro), wer es lieber „wie in guten alten Zeiten“ mag, der rührt sich seinen Pudding selbst: mit Puddingpulver (die meisten Sorten sind rein pflanzlich) und Pflanzenmilch seiner Wahl.


Alsan  

Butter: Jemandem die Butter vom Brot nehmen? Kein Problem mit Pflanzenmargarine: eine preisgünstige Alternative ist z.B. „Alsan S“, die von Konsistenz und Geschmack sehr butterähnlich ist, erhältlich in jedem Supermarkt. Ob aufs Brot oder zum Backen, „Butter“ geht auch ohne Milch. Aber Vorsicht: viele als „rein pflanzlich“ deklarierte Margarinen enthalten Milcheiweiß (genaues Lesen der Inhaltsstoffe ist also empfehlenswert!) und andere Zusatzstoffe tierischen Ursprungs und können deshalb getrost im Kühlregal stehen bleiben.

Schokolade: Milchschokolade bleibt Milchschokolade, aber Schokoladenfans kommen auch mit dunkler Schokolade (die stark kakaohaltige Variante, die ohne Milchprodukte auskommt) wunderbar klar. Für diejenigen, die es exotischer mögen, bieten einige Vegan-Versände und Bioläden eine Fülle von Schokoladensorten ohne Milch, selbst Liebhaber weißer Schokolade werden hier fündig. Und für die Supermarktgänger finden sich im Regal Zartbitterschokolade und auch Schokostreusel und –Raspel, die gänzlich ohne tierische Zutaten hergestellt wurden.

Nutella: Ein Leben ohne Nutella für Ihre Kinder undenkbar? Kein Problem: erstklassiger schokoladiger Brotbelag muss nicht noch erfunden werden, braucht keine Milchbestandteile, sondern es gibt ihn als rein pflanzliche Variante z.B. in Bioläden und bei Vegan-Versänden. Nutella war gestern. Heute gibt es pflanzlichen Schokoaufstrich!

Eis: Wer sowieso eher auf die fruchtigen Eis-Variaten steht, greift einfach z.B. im Discounter zum Fruchsorbet ohne Milchbestandteile. Für Schleckermäuler darf es dann die teurere Variante verschiedener Sojaeissorten aus dem Bioladen oder Eis auf Süßlupinenbasis aus dem Supermarkt sein: man gönnt sich ja sonst nichts.

Käse: Die „Überbacker“ müssen sich keine Sorgen machen: „Käse“ geht auch pflanzlich! Wer es „selbstgemacht“ mag, bereitet einfach ein „Topping“ aus Cashewkernen oder nimmt Hafersahne, Öl oder geschmolzene Pflanzenmargarine, würzt nach Belieben mit Salz, Pfeffer, Paprika und etwas Muskat, für den „Käsegeschmack“ eignen sich hervorragend eingerührte Hefeflocken. Angedickt wird mit etwas Mehl, und fertig ist die pflanzliche „Käsesoße“. Nach Belieben kann man sie noch mit Kräutern und Knoblauch verfeinern – eignet sich auch prima als Nudelsoße. Die zahlreichen pflanzlichen Frischkäsealternativen von pur bis mit Knoblauchnote sind so gut wie ihre Vorbilder (erhältlich im Reformhaus, Bioladen, beim Vegan-Versand). Wer Alternativen zu „Hartkäse“ sucht, wird beim Vegan-Versand fündig. Zum Überbacken und als Pizza-Käse gibt es mittlerweile einige Sorten verschiedener Geschmacksrichtungen und Hersteller, pur (z.B. aufs Brot) sind jedoch noch nicht viele so gut, dass sie geschmacklich eine „vollwertige Käsealternative“ sind – aber es gibt sie. Hier gilt wie bei allen Alternativprodukten: nicht von einem geschmacklichen Fehlgriff entmutigen lassen, sondern weiter probieren und „seine Sorte“ finden.

 
No Muh Chäs


Alternativen zu Eiprodukten

Versteckte Eier: Viele Menschen, die eigentlich keine Eier essen, essen sie doch: ein Blick auf die Zutaten von Backwaren, Fertiggerichten, Soßen und Teigwaren wie Nudeln verrät, ob überflüssiger Weise Eier in Form von Trocken- oder Flüssigei enthalten sind. Aber auch hier gilt: wer sucht, findet: nämlich Brot und Kekse ohne Ei-Inhalt. Das Angebot an Nudeln ohne Eier ist so vielfältig, dass keine Wünsche offen bleiben: egal ob es Buchstabennudeln für die Suppe oder mit Tofu gefüllte Tortellini sein sollen.

Majonäse: Keine Angst mehr vor Salmonellen: mit pflanzlicher Majonäse, ohne Ei und Milchprodukte, die eine Freude zu Pommes und die Krönung von Kartoffel- und Nudelsalat ist und vor allem die Hühner entlastet. Erhältlich z.B. in Bioläden, Reformhäusern, bei Vegan-Versänden.


Biene  

Noch mehr tierische Alternativen

Honig: Die Bienen können ihren Honig behalten: schließlich eignet sich zum Süßen ebenso gut Ahornsirup oder Rübensaft. Zuckerrübensirup auf einer Scheibe Brot ist nicht nur sehr lecker, sondern auch viel gesünder als Bienenhonig. Und für die Experimentatoren können wir z.B. selbst gemachten Löwenzahnhonig empfehlen. (Rezept dazu gibt es hier).

Fisch: Tierisch gute Fix- und Fertigalternativen findet man z.B. beim Vegan-Versand: Käpt`n Iglo kann also in Rente gehen und Fische Freunde sein lassen. Auch eingeschworene Fischstäbchenliebhaber haben nun keine Einwände mehr gegen die pflanzliche Küche: Fischstäbchen ohne Fisch, aber doppelt so lecker (Hersteller: Viana und Redwood). Pflanzlicher „Thunfisch“ und Kaviar, der niemals einen Fisch von innen gesehen hat, ist für diejenigen, die es „fischig“ mögen, garantiert einen Versuch wert.

Gelatine: Speisegelatine, die zum Gelieren von Lebensmitteln verwendet wird, findet sich in Gummibärchen, Götterspeise und vielen Kuchen und Torten – ob die „Götterspeise“ noch schmeckt, wenn man weiß, dass Gelatine aus Schweineschwarte, Rinderhaut, gemahlenen Schweine- und Rinderknochen, toten Fischen und Geflügel besteht?  Aber keine Sorge: es gibt die perfekte pflanzliche Alternative! In der heimischen Küche gelingt alles mit dem aus Algen hergestellten Agar-Agar, egal ob tolle Torte oder Götterspeise: das Resultat ist sogar besser als mit Gelatine. Auch Gummibärchen ohne Ekelfaktor sind mittlerweile erhältlich: in pflanzlicher Variante mit Pektin oder Carrageen zum „Gummi“Bärchen gemacht.


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