Kleine Kraftpakete: Keime und Sprossen

Ist von einer rein pflanzlichen Ernährung die Rede, dauert es nicht lang, bis das Wort "Nahrungsergänzung" fällt. Wir empfehlen: Ergänzen Sie doch ihre Nahrung einmal mit den kleinen Powerpflänzchen, selbst gezüchtet von der Fensterbank, oder schon fertig gekauft (hier empfiehlt sich immer Bio-Ware). Es gibt eine Vielzahl an Pflanzensamen, die sich zum Keimen eignen und die gerade im Winter viele Vitamine, Enzyme und Mineralstoffe liefern. Geschmacklich findet sich eine große Bandbreite von mild über würzig bis hin zur scharfen Senfsaat. Ob für Salate, aufs Brot oder in der Pfanne: Keimlinge und Sprossen sollten in keiner Küche fehlen.

Was steckt drin?

Schon vor 3000 Jahren wussten die Chinesen von der Kraft der Sojasprossen. Keimlinge sollen sogar Menschen vor dem Verhungern gerettet haben. In den ersten Stunden des Keimens steigt der Nährstoffgehalt der Samen enorm an. Alle Energie wird mobilisiert, um neues Leben wachsen zu lassen. So ist es kein Wunder, dass viele Inhaltsstoffe in hochkonzentrierter Form in den Keimlingen enthalten sind. Der Abbau von komplexen Kohlenhydraten, welcher während des Keimens stattfindet, verhindert die vor allem beim Verzehr von Hülsenfrüchten gefürchtete Blähwirkung. Auch der Gehalt an Phytinsäure sinkt, die sonst die Aufnahme einiger Mineralstoffe hemmen kann.

Der Weg zum eigenen Sprossengarten

Sprossen und Keimlinge selbst zu züchten ist gar nicht schwer. Keimgeräte und Keimgläser gibt es im Reformhaus oder Bioladen zu kaufen, grundsätzlich reicht aber auch ein Teller oder ein mit einem Mulltuch verschlossenes Einmach-Glas. Die meisten Samen müssen erst über Nacht eingeweicht werden, bevor sie ins Keimgefäß dürfen. Damit sich alle Samen entwickeln können, sollten sie gut verteilt sein und nicht übereinander liegen. Die ersten zwei Tage sollten die Keime noch im Dunkeln stehen und dann ans Licht geholt werden. 2-3mal täglich müssen die Keimlinge mit lauwarmem Wasser gespült werden. Wichtig ist, dass die Keime nicht nass, sondern nur feucht sind. Wer also kein Keimgefäß hat, in dem das Wasser von selbst ablaufen kann, sollte die Keime in einem Sieb abtropfen lassen. Als Standort für das Keimgefäß eignet sich ein heller Ort, der aber vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist. Ideal ist eine Raumtemperatur von 20°-24°C. Nach etwa einer Woche kann man die Sprossen ernten.

 

Wissenswertes

Keime und Sprossen liefern unter anderem:

  • hochwertiges Eiweiß
  • Vitamin C
  • Vitamin B1 + B2
  • Vitamin D
  • Vitamin E
  • Niacin
  • Kalzium
  • Phosphor
  • Magnesium
  • Zink
  • Eisen
  • Jod

Umgang und Aufbewahrung

Da sich beim Keim-Vorgang auch Bakterien und Schimmelpilze bilden können, sollte man das Keimgefäß regelmäßig auf Schimmelbefall kontrollieren und nach jeder Ernte gründlich mit heißem Wasser säubern. Viele Saaten bilden aber auch kleine Faserwürzelchen, die nicht mit Schimmel zu verwechseln sind.


Toast mit veganem Aufstrich und Sprossen  

Vor dem Verzehr die Keimlinge unbedingt unter fließendem Wasser gründlich abspülen! Um Bakterien und Schimmel sicher abzutöten, kann man die Keimlinge auch kurz blanchieren. Keimlinge von Sojabohnen, Erbsen und Kichererbsen sollten auf jeden Fall vor dem Verzehr blanchiert werden, da sie das Protein Hämagglutinin enthalten, das gesundheitsschädlich ist. Die Keimlinge blanchiert man am besten, indem man sie eine halbe Minute in die doppelte Menge heißes Wasser gibt und dann sofort verzehrt. Wichtig: Nicht zu große Mengen ansetzen! Die Keimlinge sollten nicht länger als zwei Tage luftdicht verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Wo bekomme ich Keimsaaten?

Es gibt die Samensorten einzeln oder schon geschmacklich abgestimmt in Mischungen im Reformhaus oder Bioladen zu kaufen.