Fleisch war ein Stück Lebenskraft

Kälbchen  

Das „Fleisch“, welches abgepackt im Supermarkt oder hinter der Metzgertheke liegt, ist nicht der undefinierbare essbare Teil eines Tieres, sondern ein Stück Muskel, Gewebe, Haut, Knochen oder ein Organ. Es sind die Teile eines Kadavers, der solange im Kühlhaus „abhängen“ muss, bis sich die Leichenstarre wieder gelöst hat und das Fleisch wieder weich ist. Die meisten Menschen ekeln sich bei dem Gedanken, eine tote Katze in ihrer Gefriertruhe aufzubewahren. Gleichzeitig findet man dort unter anderem die Füße von Schweinen, die Flügel und Beine von Hühnern oder die Leber von Kälbern. Der durschnittliche Deutsche isst in seinem Leben ca. 1000 Hühner, 50 Schweine, 50 Puten, 5 Rinder, 5 Schafe, 50 Gänse und Enten und unzählige Fische und Meerestiere.


Höhere Lebenserwartung ohne Fleisch

Da ist es gut, dass Fleisch kein notwendiger Bestandteil unserer Ernährung ist. Viele Menschen, darunter Hochleistungssportler, beweisen es täglich durch ihre Lebensweise. Fleisch gilt mittlerweile als Risikofaktor für die Entstehung einiger Krebsarten, wie z.B. Darm- und Brustkrebs. Professor Dr. Claus Leitzmann vom Institut für Ernährungswissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen gilt als einer der renommiertesten Ernährungsexperten in Deutschland. Sein 1999 erschienenes Buch über „Alternative Ernährungsformen“, das er zusammen mit anderen Ernährungswissenschaftlern verfasste, sagt:

„In der Vergangenheit wurde die vegetarische Ernährung seitens der Medizin und der Ernährungswissenschaft fast ausnahmslos als „Mangelernährung“ eingestuft. Dies lag teilweise auch daran, dass gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse über die ernährungsphysiologische Wirkung einer fleischlosen Kost fehlten und Jahrtausendealte Erfahrungswerte nicht akzeptiert wurden. Mittlerweile liegen umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen vor. Diese belegen eindrucksvoll, dass nicht nur - wie früher häufig behauptet - die insgesamt gesunde Lebensweise von Vegetariern (ausreichend Bewegung, weitgehender oder völliger Verzicht auf Alkohol und Nikotin) den guten Gesundheitsstatus bedingt. Sie zeigen ebenso, dass zahlreiche Vorteile direkt auf die Ernährung zurückzuführen sind.“ Weiter heißt es: „Als Folge ihrer gesünderen Ernährungs- und Lebensweise ist das Risiko von Vegetariern für Diabetes mellitus, Gicht, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen niedriger. Die Lebenserwartung von Vegetariern ist in der Regel höher als die von Mischköstlern.“

 
Schweine im Schlachthof


Wissenswertes

100g Sojabohnen enthalten, gemessen am täglichen Bedarf eines Erwachsenen:

  • 87% Kalium
  • 73% Magnesium
  • 55% Eisen
  • 50% Mangan
  • 83% Vitamin B1
  • 31% Vitamin B2
  • 13% Vitamin E

Sojaprotein enthält alle acht essenziellen, also lebenswichtigen Aminosäuren und stellt damit tierische Eiweißlieferanten in den Schatten. Die Isoflavone Genistein und Daidzein kommen nur in Soja in nennenswerter Menge vor und sollen auch die Tumorbildung einiger Krebsarten wie Brust- und Prostatakrebs verhindern helfen. Soja, ist das nicht genmanipuliert? Keine Sorge: Gen-Soja in Lebensmitteln ist kennzeichnungspflichtig und somit zu erkennen und zu meiden. Die Kennzeichnungspflicht gilt nicht für Fleisch, Milch und Eier von Tieren, welche mit Gen-Soja gefüttert wurden.

 

Pflanzliche Ernährung in jeder Lebensphase

ADA, die größte US-amerikanische Vereinigung von Ernährungsexperten mit rund 70.000 Mitgliedern, kommt zu dem Schluss: „...dass eine entsprechend geplante vegetarische Ernährung gesund und ernährungsmäßig ausreichend ist und gesundheitliche Vorteile bei der Vorbeugung und Behandlung bestimmter Krankheiten bietet.“ „Eine gut geplante vegane oder andere Art der vegetarischen Ernährung ist für jede Lebensphase geeignet, inklusive während der Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und in der Pubertät“ (hier die gesamte Studie).


Biss in den eigenen Arm bringt Aufschluss

Was also an Gründen für den Fleischkonsum übrig bleibt, sind einzig der Geschmack und die Kochgewohnheiten. Aber ist das wirklich Grund genug, für das Leiden und Sterben von Millionen Tieren? Und wie schmeckt eigentlich „Fleisch“? Ein Biss in den eigenen Arm könnte da Aufschluss bringen. Der Geschmack von Fleisch wird sicherlich intensiver, je älter es ist, aber was wir mit Steak, Schinken und Wurst verbinden, entsteht hauptsächlich durch Gewürze und Räucherung. Und wer Lust auf „fleischiges“ und Gebratenes hat, muss darauf bei einer fleischlosen Ernährung auch nicht verzichten.


Die Alternativen

Alternativen zu Fleisch und Fleischprodukten finden Sie unter "Tierisch gute Alternativen" und bei unseren Produkttipps.

 

Weitere Informationen zu diesem Thema:
  Hintergrundtext: Das Fleischessen
  Erfahrungsbericht: Zwei Tierfreunde im Schlachthof
  Rezept Gyros Pitta ohne Fleisch
  ADA-Positionspapier zur vegetarischen Ernährung